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Prof. Dr. Mayer – Offener Brief – Lungenerkrankungen in USA durch das Dampfen illegaler THC-Liquids

Im Rahmen der weltweiten Berichterstattung zu den Atemwegserkrankungen und E-Dampfprodukte in den USA wurde in Deutschland Frau Dr. Katrin Schaller (WHO-Kollaborationsstelle für Tabakkontrolle im DKFZ) ebenfalls zur Einschätzung der Lage hierzulande in Bezug auf den Konsum von E-Dampfprodukten befragt. In dem Beitrag der FAZ 1 hat Frau Dr. Schaller gesagt, dass die Atemwegserkrankungen bei den Jugendlichen in den USA mit der Nutzung der E-Dampfe zusammenhängen könnten. Kein Wort von Konsum illegaler THC-Liquids. Stattdessen dubiose Verweise auf die Vielfalt der Aromen und die Nutzung der E-Zigarette sei nicht harmlos.

Prof. Dr. Bernd Mayer hat nun einen offenen Brief an Dr. Katrin Schaller geschrieben und kritisiert dieses Vorgehen.
Dieser offene Brief kann hier auch als PDF heruntergeladen werden.

 

Zitat 30.09.2019

Sehr geehrte Frau Dr. Schaller!
Anlässlich des Ausbruchs schwerer, in mittlerweile 13 Fällen tödlichen Lungenerkrankungen in USA im Juli/August 2019 haben Sie den Medien mehrfach erklärt, dass ein Zusammenhang mit dem Dampfen herkömmlicher Liquids plausibel sei und vor deren Nutzung gewarnt. Sie haben nicht erwähnt, dass etwa 50 Millionen Menschen weltweit ohne Probleme dampfen und klinische Studien die Verbesserung der Lungenfunktion von Rauchern nach dem Umstieg zweifelsfrei belegen. Sie haben nicht erwähnt, dass die Fälle auf USA beschränkt waren und vorwiegend junge Männer und Teenager betroffen waren. Schon damals war offensichtlich, dass die Erkrankungen durch die Nutzung gefälschter, am Schwarzmarkt von Drogendealern bezogenen Liquid mit Tetrahydrocannabinol (THC) verursacht wurden. Auch das haben Sie nicht erwähnt.

In der Zwischenzeit wurden in zwei US-Bundestaaten kriminelle Hersteller von “bootleg vape carts” ausgehoben, die diese gefälschten Produkte auf der Straße verkauft haben. Sogar die Centers of Disease Control in USA haben mittlerweile ihre Politik der Verunsicherung beendet und die Öffentlichkeit über die Gefahr illegaler THC-Liquids aufgeklärt. Auch die Medien in Deutschland und Österreich haben diese Information zwar zögerlich aber doch weiter gegeben. Wäre es nicht an der Zeit, dass auch Sie die Bevölkerung unmissverständlich informieren, dass – entgegen Ihren früheren Behauptungen – kein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und dem Dampfen herkömmlicher Liquids besteht? Sollten Sie nicht vor dem illegalen Import solcher THC-Carts aus den USA warnen, um die Ausweitung dieser Epidemie auf Europa zu verhindern? Sollten Sie nicht die Hersteller von Liquids und Aromen in Deutschland vor möglicherweise gefährlichen Änderungen der Rezeptur, insbesonders dem Zusatz von Ölen und Fetten wie z.B. Vitamin E-Öl warnen? Das Verbot gemäß TPD2 sollte dies zwar weitgehend verhindern, Verstöße gegen geltendes Recht sind aber niemals mit Sicherheit auszuschließen.

Sie ziehen es offenbar vor zu schweigen, anstatt verantwortungsvolle Gesundheitspolitik zu betreiben. Damit halten Sie Raucher vor dem vorteilhaften Umstieg auf das Dampfen ab, veranlassen dampfende Ex-Raucher “sicherheitshalber” wieder zu rauchen und gefährden die öffentliche Gesundheit durch fehlende Warnung vor lebensbedrohlichen Produkten, die in USA in Umlauf sind.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bernhard-Michael Mayer
p.s.: Bitte betrachten Sie dieses Schreiben als offenen Brief, den ich ebenso wie ggf. Ihre Antwort in den sozialen Medien veröffentlichen werde.

  1. FAZ: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/us-behoerden-pruefen-todesfaelle-in-zusammenhang-mit-e-zigaretten-16342810.html

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