Ein letzter Appell vor der ENVI-Abstimmung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir schreiben Sie kurz vor der Abstimmungsrunde am 10. und 11.07.2013 noch einmal an, um Ihnen erneut und nachdrücklich die Bedenken der Interessengemeinschaft E-Dampfen e. V. - stellvertretend für zahlreiche EU-Bürger - bezüglich des Vorschlags der Kommission sowie der bisher bekanntgewordenen Amendments ans Herz zu legen.

Eine Regulierung innerhalb einer Tabakproduktrichtlinie, welche die Vorgaben des WHO-FCTC (Framework Convention of Tobacco Control = Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs) gesetzlich verpflichtend umsetzt, ist für nikotinhaltige Erzeugnisse wie E-Zigaretten in hohem Maße unangemessen.

Eine Ausweitung gemäß WHO FCTC auf scheinbar verwandte und weit weniger schädliche Produkte ist auf keinen Fall mit den Zielen des Vorschlags in Bezug auf die öffentliche Gesundheit vereinbar. Dass E-Zigaretten weniger schädlich sind und - in Ihrer jetzigen oder einer nur behutsam regulierten Form - eine sehr wirksame "Harm Reduction" darstellen wurde bereits von einigen Wissenschaftlern vor dem ENVI-Ausschuss dargelegt.

Es existieren in der EU anwendbare Richtlinien, die für uns Konsumenten eine ausreichende Sicherheit darstellen, zumal die Gefahren des Nikotins vielfach stark übertrieben dargestellt werden.

Eine eigenständige, die bereits anwendbaren Regeln zusammenfassende Richtlinie für E-Zigaretten würden wir begrüßen. Die Einwendungen von JURI (besonders Nr. 74) zeigen deutlich, dass bereits völlig ausreichende Regelwerke existieren.

Wir bitten Sie daher erneut und eindringlich: Nutzen Sie die Gelegenheit, für Millionen von Rauchern eine wesentlich weniger schädliche Alternative zum Tabakkonsum zu etablieren und zu fördern. Dies können Sie am besten mit einer maßvollen Regelung tun - die sich am bestehenden Markt und an den Menschen orientiert.

Dieser offene Brief wird auch auf unserer Webseite veröffentlicht werden.

Mit freundlichem Gruß
IG-ED e. V.

6 Gedanken zu „Ein letzter Appell vor der ENVI-Abstimmung

  1. Warum in diesem Brief Nikotin erwähnt wird, aber nicht die zahllosen schädlichen Stoffe im Rauch von Zigaretten, die ja alle nicht im Dampf von Ezigs vorkommen, ist mir ein Rätsel.

    Etliche Parlamentarier, die sich nicht mit der Frage ‘Ezig oder nicht’ auseinandergesetzt haben dürften, lesen hier, Nikotin sei doch gar nicht so schädlich!
    Nur: gerade am Begriff “Nikotin” macht sich bei vielen das ‘innere Alarmsystem’ fest. Nikotin ist sozusagen zum Kristallisationsbegriff für alles geworden, was schädlich ist im Tabak. Und zwar aus einem guten Grund: weil es der Suchtstoff ist, der die Raucher die viel grösseren Gefahren, die an Giften im Rauch versteckt sind, vergessen und ignorieren lässt.

    Besser wäre es gewesen, die Karten offenzulegen:
    Ja, es geht um die Suchtfrage.
    Ja, die lässt sich nicht durch Verbote aus der Welt schaffen.
    Ja, es gibt eine wesentlich harmlosere Form, seiner Sucht zu frönen.
    Ja, dabei werden keine Mitmenschen, nicht einmal in unmittelbarer Umgebung, geschädigt.
    Und ja, im eigenen Gesundheits-Interesse regeln es die Dampfer schon lange selbst, dass sich schlechte Ware nicht am Markt durchsetzen kann.

    Ohne die Unterscheidung von Nikotin als vielleicht überschätztes Gift und Nikotin als Bestandteil eines mit Sicherheit sehr giftigen Brandcocktails in jeder einzelnen Zigarette wird mancher lesen, dass ‘die da’ (also die Dampfer) auch nur zu den Verharmlosern von Zigaretten gehören.

    Sowas nennt sich Eigentor

  2. Nein, kein Eigentor. Man sollte diesen letzten kurzen Text vor der Abstimmung im Zusammenhang mit dem sehen, was schon geschehen ist und was wir schon getan haben. Hier *noch einmal* jedes schon 100mal diskutierte Detail einzubringen wäre nicht sinnvoll gewesen, das hätte nicht dem Zweck dieser Email entsprochen. Danke für die Stellungnahme!

  3. Warum dann ein Detail bringen? Noch dazu, wenn es ausgerechnet das zwiespältigste von allen ist?

    Aber gut, geschehen ist geschehen und das Kind schon im Brunnen.

  4. Egal wie oft die Dampfergemeinschaft dem Regulierungswahn entgegenhält, verlieren werden wir doch!
    Wenn die e-Zigarette nicht unter die Tabakregulierung fällt, werden neue Versuche unternommen sie irgendwie – Hauptsache nicht in unserem Sinne – zu regulieren!
    3 große Gemeinschaften haben zu viel Angst vor der e-Zigartte:
    Die Tabak- & Pharmaindustrie wegen Umsatzeinbußen und der Staat wegen Steuergelder.
    Diese 3 Gemeinschaften werden die e-Zigartte nicht auf “ihren” Markt lassen…
    Die Gesundheit der Bevölkerung ist nur ein vorgeschobener Grund, das es nur ums Geld geht darf man ja so nicht sagen…

  5. Warum bemüht man sich eigentlich nicht, endlich mal den Begriff unserer Dampfgeräte zu verändern.
    E-Zigarette ist doch schon ein rotes Tuch für jeden, der was gegen das quarzen und den Tabakstengel an sich hat, ohne sich Gedanken über Alternativen zu machen. Ich finde das sehr unglücklich, daß sich der Begriff E-Zig so etabliert hat.
    Aber wahrscheinlich ist es dafür eh schon zu spät und man muß an anderen Fronten kämpfen.
    Die Lobbyisten werden ihre finanziellen Überzeugungsmittel kräftig einsetzen und alle die, die vom Tabak wegkommen wollen oder schon sind, könnten auf der Strecke bleiben.
    Als hätten die nix anderes zu tuen ?
    Ich wohne unter einer Einflugschneisse eines Flughafens, mit hunderten von Starts und Landungen. Was da von oben runter kommt, ist gewiß gesundheitsgefährdender, als der Dampf, den ich inhaliere, da bin ich mir ganz sicher !

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