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Gut gemacht, deutsche Dampfer!

Dampfer-Beteiligung bei der EU-Konsultation zur Besteuerung: Deutschland weit vorn!

Vor einigen Tagen hat die EU die Ergebnisse ihrer EU-weiten Befragung der Bevölkerung zur Besteuerung von Tabak und Tabakprodukten veröffentlicht – leider bislang nur in Englisch. EU-Befragung: Ergebnisse

Deswegen beschränken wir uns im folgenden auf einige Ergebnisse, die uns aufgefallen sind:

In der Auflistung der geografischen Herkunft der Teilnehmer (TN) liegt Deutschland mit 42,8% aller TN weit vorn – gefolgt von Spanien mit 13,81% an zweiter und Frankreich an dritter Stelle mit 9,7% aller TN. Überraschend ist die äußerst geringe Beteiligung aus UK mit nur 3,72% – die Vermutung liegt nahe, dass der größte Teil der (dampfenden) britischen Bevölkerung bereits innerlich den Brexit vollzogen hat.

Nach diesen einleitenden Zahlen folgen eine ganze Menge Fragen, die uns als Dampfer nicht unbedingt interessieren müssen – und offensichtlich auch nicht interessiert haben: wenn man die Verteilung der Antworten anschaut, entsteht ein verhältnismäßig ausgewogenes Meinungsbild mit Verteilungen im unteren zweistelligen Prozentbereich. Hier wären eigentlich die aktuellen Tabakraucher gefragt gewesen, ihren Unmut mit eindeutigen Antworten auf einschlägige Fragen zu äußern. Diese Chance haben sie leider vertan. Es scheint eine relative Gleichgültigkeit oder auch Resignation zu herrschen, wenn es um die Erhöhung der Tabaksteuern für Rauchprodukte geht, denn den weitaus größten Prozentsatz sieht man bei den Antworten: “Weiß nicht” und “Keine Antwort”. Rechnet man diese Anteile zusammen, kommt man auf Werte zwischen 50 und 70%.

Anders sehen die prozentualen Verteilungen aus, wenn man die Ergebnisse der konkreten Fragen zum Umgang mit den “e-Zigaretten” betrachtet.

Schon die erste Frage nach Zustimmung oder Ablehnung der Behauptung: “E-Zigaretten sind weitaus weniger schädlich als konventionelle Tabakprodukte” bekam mit 88,12% eine überwältigende Mehrheit von Zustimmungen. Und in diesem Tenor geht es weiter: sämtliche Fragen, die sich auf e-Zigaretten bezogen, wurden von den Dampfern SEHR deutlich beantwortet mit Werten zwischen 70 und 90 Prozent. Fragen zu den “technischen Aspekten” eventueller Steuern wurden hingegen auch von den Dampfern eher zurückhaltend beantwortet – vielleicht, weil man sich hier einfach nicht auskennt oder auch einfach nicht weiß, wie die EU die Antworten ggf. “gegen uns verwenden” wird.

Schlussendlich gab es noch eine ausführliche Abfrage zu den HnB-Produkten (Tabakerhitzer à la Iqos & Co). Auch hier waren die Ergebnisse zurückhaltend, eher vergleichbar mit den Verteilungen, die wir schon bei den “echten” Tabakprodukten gesehen haben. Das mag daran liegen, dass diese Produkte relativ neu auf dem Markt sind und bei den Konsumenten nicht genügend Erfahrungen vorliegen, um hier eindeutige Antworten zu geben.

Dieser Artikel ist erst mal nur ein grober Überblick. Wir hoffen, dass die EU bald ihrer Pflicht nachkommt, alle EU-Bürger in ihrer eigenen Sprache zu informieren und dass wir dann die Studie in unseren jeweiligen Landessprachen lesen können.

Es gibt noch etliche individuelle Stellungnahmen, die man seinerzeit anhängen konnte. Auch diese wurden bereits veröffentlicht. Sie zu finden ist aber nicht ganz so einfach, da ein direkter Link nur für einzelne Dokumente funktioniert. Die gesamte Sammlung kann man so finden:

Link: https://circabc.europa.eu/w/browse/bc9cb913-c781-41be-b9ee-97d839e954a3


Dort dann suchen und auswählen:
(rechts) In der Spalte “Title”: “Results of the 2018 public consultation on excise duties applied to manufactured tobacco and the possible taxation of novel products”

 

(Menü links) “Library” auswählen.

Dann sieht man rechts die Ordner mit verschiedenen Kategorien, unter denen die Stellungnahmen (“Contributions”) abgelegt sind. (Unsere ist unter “non-governmental organisations”.)

6 Gedanken zu „Gut gemacht, deutsche Dampfer!

  1. Hallo Herr Susdorf, möglicherweise liegen Sie richtig mit Ihrer Einschätzung. ABER: Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft hat schon von vornherein verloren. An diesem Prinzip richten wir unser Handeln aus. Jeder ist eingeladen, sich dieser Philosophie und der sich daraus ergebenen Handlungsweise anzuschließen – gern auch als Mitglied in unserem Verein. Liebe Grüße, HAMA

  2. Was auch immer als Ergebnis aus der Konsultation hervorgeht (oder auch nicht), so ist das Ergebnis auf jeden Fall ein deutliches Statement, dass Bürgerinnen und Bürger der EU (zumindest aus Deutschland) an der Gestaltung von Themen die ihnen wichtig sind, teilnehmen wollen und hier klar Stellung beziehen.
    Vor allem ist es ein deutliches Zeichen, dass auch eine Randgruppe (als welche Dampfer zum Teil noch immer deklariert werden) für Überzeugungen einstehen können und dies auch unmissverständlich mitteilen.
    Ich hoffe inständig, dass sich hier die EU dem Standpunkt seiner Bürgerinnen und Bürgern anschließt, aber vor allem auch, dass das Thema weiter in die Öffentlichkeit getragen wird und zwar in einer deutlich transparenteren und objektiveren Art und Weise anstelle von stimmungsmachenden Artikeln wie dem Folgendem, auf den ich heute zu meinem Bedauern gestoßen bin und die immer noch in gleichem Wortlaut produziert werden, wie schon vor 4 Jahren.
    https: //www.zentrum-der-gesundheit.de/e-zigaretten-schaedlich.html

  3. Hallo Sebastian, bitte nicht böse sein, dass ich den Link “unklickbar” gemacht habe. Wer unbedingt meint, sich mit Junk Science-Artikeln selbst in die Kniekehlen treten zu müssen, kann das ja tun, indem er den Link kopiert, eingibt + “repariert”. Ich sehe nicht ein, dass von unserer Website aus Klicks für solchen Schrott generiert werden!

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