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EVALI

Bei ARTE wurde am 22.09.2020 die 90-minütige Dokumentation “Nikotin - Droge mit Zukunft” ausgestrahlt [1] [2]. Ein zentraler Punkt dieser Sendung ist die Lungenerkrankung “EVALI” in den USA, die der E-Zigarette zugeschrieben wird. Da darauf auch immer wieder verwiesen wird, möchten wir den Verlauf dieser “Epidemie” hier etwas genauer nachzeichnen. Eine ausführliche Kritik zu der gesamten Sendung von Professor Bernd Mayer finden Sie hier [3].

Tödliche (Ent-)Täuschung

Das Trauerspiel beginnt damit, dass in einer kleinen Region der USA urplötzlich gehäuft Fälle von schweren Lungenerkrankungen auftreten. Das CDC (Center for Disease Control) nennt diese Erkrankungen EVALI und behauptet, dass sie etwas mit dem Dampfen von E-Zigaretten zu tun hätte. [4]

Jeder, der auch nur ein paar Grundkenntnisse in Epidemiologie und Statistik hat, hätte an dieser Stelle schon stutzig werden müssen. Derart örtlich und zeitlich scharf begrenzte Cluster schreien geradezu danach, dass da etwas nicht stimmen kann, dass ein anderer Faktor relevant sein muss. [5] Auf diesem Gebiet hätten wir der CDC mehr Kompetenz zugetraut.

Doch man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um die offenkundige Absurdität dieses Ansatzes zu erkennen. Ein analoges Beispiel:

Es gibt viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die schon seit Jahren öfters mal braune Brause mit oder ohne Alkohol trinken. Jetzt treten plötzlich in einer kleinen Region von Glantzonien Fälle von Erblindung und sogar Tod auf. Alle haben die Brause getrunken. Wovon würde jetzt ein normaler Mensch ausgehen?

  • Ist die Brause schuld?
  • Oder ist nicht vielmehr anzunehmen, dass hier die Brause mit gefährlichem Methanol (wie damals in der Prohibition) verunreinigt wurde?

 

Verdächtig

Es dauerte nicht lange, bis ein dringend Verdächtiger gefunden war: Vitamin-E-Acetat (VEA) als Streckmittel für (illegales) THC-Öl. [6] [7] Und dennoch weigerte sich die CDC monatelang, hier konkret zu warnen und hat lieber weiterhin das normale Dampfen von Nikotin allgemein verteufelt.

Das Fatale dabei: Die Leute, die eigentlich hätten gewarnt werden müssen, fühlen sich davon nicht angesprochen. Konsumenten von (illegalem) THC-Öl nennen ihre Geräte NICHT E-Zigaretten. Mit einer sachlich korrekten Aufklärung durch die CDC hätten vermutlich etliche der Krankheits- und Todesfälle verhindert werden können. Eine tödliche (Ent-)Täuschung. Auch für die vielen Raucher, die durch diese fatale Propaganda von einem Umstieg abgeschreckt wurden. [8]

Mischen Impossible

Immer wieder wird so getan, als könne VEA auch normalen Liquids beigemischt werden. Das ist falsch. Nikotin lässt sich nur in wässrigen Lösungen verwenden. VEA ist ein fettes Öl. Jeder weiß aus der Küche, dass Öl und Wasser sich nicht mischen. Es geht gar nicht.

Hinzu kommt noch, dass es auch finanziell sinnlos wäre, VEA als Streckmittel für Nikotin-Liquids zu verwenden. Das Zeug ist viel teurer als die üblichen Grundzutaten von Liquids.

Fazit

Wer also “EVALI” als Argument gegen das normale Dampfen von Nikotin-Liquids anbringt, hat entweder vermeintlich gute Gründe zu lügen oder ist ein Rindvieh, das einfach den Müll wiederkäut, den es gedankenlos gefressen hat.

4 Gedanken zu „EVALI

  1. Natürlich gibt es Emulgatoren. Doch die müssten auch erstmal beigefügt werden. Und sie funktionieren nur in flüssigen Phasen und oft nur in einem begrenzten Temperaturbereich. Sie sind meist langkettige Moleküle mit sehr hoher Verdampfungstemperatur, oft noch höher als fette Öle. Spätestens bei der Verdampfung der Liquidbasis (PG/VG) flocken Öl und Emulgator aus und verkleben Docht und Heizwendel, womit sie die Geräte unbrauchbar machen.

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