Die IG-ED schreibt die BG-Bau an

Im November erschien in der BG-Bau ein Artikel zur E-Zigarette. Da dieser, wie leider häufig in der Berichterstattung über die E-Zigarette, unsachlich und teilweise falsch recherchiert war, haben wir die BG-Bau und den Verfasser des Artikels angeschrieben.

Hier findet man auf Seite 18 den besagten Artikel
http://www.bgbau.de/presse/bgbau_aktuell

und im Folgenden unser Anschreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Konerding

die Interessengemeinschaft E-Dampfen (IG-ED) ist ein privater und unabhängiger Verbraucherverein. Unser Ziel ist es, Fehlinformationen, Vorurteilen und anderen Missständen in Hinblick auf das E-Dampfen entgegenzuwirken. Wir betreiben aktive Aufklärung in der Politik, in den Medien, in verschiedenen themenrelevanten Organisationen, in der Öffentlichkeit und natürlich im Handel. Deshalb kontaktieren wir Sie heute.

In der Novemberausgabe der BG-Bau-Aktuell erscheint ein Artikel zur e-Zigarette. Leider sind darin nicht die aktuelleren wissenschaftlichen Entwicklungen in Bezug auf die E-Zigarette berücksichtigt.

Die von einem Amerikaner 1963 ersonnene Konstruktion basiert weiterhin auf der Verbrennung von Tabak, dieses Produkt konnte sich am Markt nie durchsetzen und existiert nicht mehr.

Dass Nutzer der E-Zigarette weitaus mehr Propylenglykol inhalieren, als wenn sie einer Exposition mit einer Nebelmaschine ausgesetzt sind, ist falsch. Beim Betrieb einer Nebelmaschine wird innerhalb kürzester Zeit soviel Propylenglykol frei, dass es 30 000 Dampfer bräuchte, um diese Menge zu erbringen. Das BfR selbst legt für die Exposition mit diesem Stoff im Betrieb mit Nebelmaschinen keinerlei MAK-Wert fest - beispielsweise für Mitarbeiter in Diskotheken und Theatern - und stufte diesen als unbedenklich ein, und das bereits im Jahr 2008. Warum dann jetzt plötzlich die Inhalation dieses Stoffes vermittels E-Zigarette bedenklich sein soll, erschließt sich uns nicht.

Bei der Untersuchung, die einen Nachweis von Aldehyd erbrachte, wurde das beprobte Gerät weit außerhalb der Spezifikation betrieben. Auf gut deutsch: Es wurde nahezu zum Glühen gebracht.

Bei den zum Dampfen genutzten Aromen dreht es sich um Lebensmittelaromen, deren Aufnahme unbedenklich ist. Desweiteren werden auch Duftkerzen, Raumsprays und Deodorants nicht als gesundheitlich bedenklich angesehen.
http://www.ig-ed.org/presse/6_IG-ED_informiert_Ungefaehrliches_Propylenglycol.pdf

Tatsächlich ist es so, dass vielen Rauchern, abhängig von Ihrem Suchtverhalten und dem Grad der gesundheitlichen Beeinträchtigung durchs Rauchen, der Umstieg auf die E-Zigarette mühelos und ohne weiteren Beikonsum von Tabak gelingt. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Menschen meist langjährige Starkraucher waren.
https://ig-ed.org/wp-content/uploads/2012/10/IG-EDUmfrageJuli2012.pdf

Bei einer Grundinvestition um die €50 ist für Jugendliche das Dampfen erst einmal uninteressant, zumal ein Einstieg in den Tabakkonsum bei Jugendlichen häufig in der Bezugsgruppe stattfindet, in denen E-Dampfen eben nicht etabliert ist. Wollte man Jugendliche vom Rauchen abhalten wären schlechterdings griffigere Präventionsmaßnahmen nötig.

Zum Nichtraucherschutz bleibt zu sagen, dass der überwiegende Teil des Inhalats beim Dampfer verbleibt, so werden unter 5% Nikotin des inhalierten Nikotins exhaliert - das entspricht nicht mal der Dosis, die beim Kartoffeln Kochen frei wird. Nebenstromrauch, der erwiesenermaßen gefährlichste Anteil des Passivrauchens, entsteht bei der e-Zigarette erst gar nicht, da sie nur dampft, wenn der Nutzer an ihr zieht. Dabei wird, der Name sagt es ja, nichts verbrannt, sondern verdampft. Insofern findet lediglich eine Änderung des Aggregatzustands statt, und keine Umwandlung von Inhaltsstoffen wie beim Verbrennungsvorgang. Jüngere Untersuchungen zeigen auf, das "Passivdampfen" gesundheitlich unbedenklich ist.
http://www.ig-ed.org/presse/17_IG-ED_informiert_Kaum_Nikotin_beim_Ausatmen.pdf

Zum Abschluß möchten wir auch darauf eingehen, dass gerade im mithin nervenaufreibenden Baugewerbe nach wie vor viel geraucht wird. Verständlich, dient doch das Rauchen dem Konsument in erster Linie zur Streßbewältigung und Entspannung vermittels Nikotinkonsums. Es wäre eher produktiv darauf hinzuweisen, dass mittels e-Dampfen eine weitaus weniger gesundheitsgefährdende Möglichkeit besteht, Nikotin als Genussmittel zu konsumieren, statt durch Falschinformationen für Verwirrung zu sorgen. Mit Ihrer Aussage: "Eine gefährliche Gewohnheit wie das Tabakrauchen sollte nicht gegen eine andere gesundheitsschädliche Angewohnheit getauscht werden" implizieren sie umstiegwilligen Rauchern sogar, dass man besser beim Rauchen bleiben sollte. Und das, obwohl e-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten eine ca 1400-fach niedrigere Belastung an Giftstoffen aufweisen.
http://www.palgrave-journals.com/jphp/journal/v32/n1/fig_tab/jphp201041t2.html

Die von Ihnen getätigten Aussagen führen leider zu unbegründeter Verwirrung und Verunsicherung bei den e-Dampfern unter Ihren Lesern. Wir möchten sie daher bitten, Ihren Artikel dahingehend zu korrigieren, indem sie die von uns genannten Fakten ebenfalls veröffentlichen.

Diese Mail und Ihre Rückmeldung werden wir sowohl auf unserer Internetpräsenz wie auch in den einschlägigen Foren und den großen sozialen Netzwerken veröffentlichen.

Wir würden uns über einen konstruktiven Dialog mit Ihnen freuen,

Mit freundlichen Grüßen

6 Gedanken zu „Die IG-ED schreibt die BG-Bau an

  1. Sehr sachlich und überzeugend formuliert! Ich bin auf die Reaktion gespannt… vor allem, ob überhaupt eine erfolgt!

    VG Iron

  2. Wieder sehr stimmig formuliert und auf den Weg gebracht. Völlig egal dabei, ob von denen eine Reaktion erfolgt. Wichtig war, das die IG-ED reagiert und fundiertes zur Kenntniss gegeben hat.
    Vieleicht fallen etwaige Folgeartikel bei denen nun etwas zurückhaltender oder informativer aus.
    Klasse und Danke!

  3. Ich habe den Verfasser des Artikel vor einer Woche auch via Mail angeschrieben; Eine Antwort habe ich immer noch nicht – und erwarte ehrlich gesagt auch keine.
    Schade, dass ein Arzt mit Aussagen wie

    “Eine gefährliche Gewohnheit wie das Tabakrauchen sollte nicht gegen eine andere esundheitsschädliche Angewohnheit getauscht werden

    dazu beiträgt, die Öffentliche Gesundheit zu schädigen.
    Nun ja – So wird er wenigstens nicht Arbeitslos…
    Ups… Stimmt ja gar nicht – Der gute Doktor ist nämlich HAUTSPEZIALIST und nicht Lungenfachmann…

  4. ja wenn es was bringt, so ein quatsch richtig zu stellen währe schön!!! leider zahlt die tabackindustrie besser! (die meinungen von außen werden doch gekauft) hey dampfer kopf hoch wir sind nicht mehr weg zu denken

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