Gastbeitrag – Rauchstopp Probleme

Erfahrungsbericht Rauchstopp Probleme

Dies ist der persönliche Erfahrungsbericht eines Dampfers (Günter Müller), den wir mit seiner freundlichen Genehmigung wiedergeben. Alle Aussagen und Meinungen sind die des Verfassers und können sich eventuell von den Erfahrungen und Ansichten des Vereins und dessen Mitgliedern unterscheiden.

Wenn es einfach nicht klappen will…

Häufigstes Problem beim Umstieg aufs Dampfen ist der zu niedrige Nikotingehalt.

Dieser wird oft zu niedrig angesetzt, daher fehlt die nötige Anflutung von Nikotin im Blut, und es wird wieder zur Zigarette gegriffen.

Wie viel Nikotin pro ml?

  • Starkraucher sollten mit 18 mg bis 20 mg umsteigen (leider ist das die von der TPD höchste zugelassene Nikotinmenge)
  • Normale Raucher mit 16 bis 18 mg, aber wenigstens mit 12 mg
  • Gelegenheitsraucher (unter 5 Zigraretten pro Tag) mit 9 -12 mg

“direct lung” – Dampfen (“dl”) bzw. Umstieg auf dl beim Dampfen

Da beim “direct lung” – Dampfen (“dl”) größere Mengen an Dampf in die Lunge kommen, kann man die Anfangsdosis recht schnell auf die nächst niedrigere verfügbare käufliche Variante reduzieren. Für Stressmomente hält man aber in der Anfangsphase immer einen Tank mit der höchsten Konzentration bereit. Ideal ist es, morgens die ersten Züge aus einer Dampfe mit der höchsten Konzentration zu nehmen, da der Körper über Nacht den Nikotinpegel praktisch auf Null abgesenkt hat. Den Resttag dampft man ein oder zwei Stufen niedriger.

Aromen

Viele fangen mit Tabakaromen an und versuchen, dabei zu bleiben. Abgesehen davon, dass Tabakaromen tatsächlich höhere Schadstoffkonzentrationen enthalten, da sie in der Regel aus Tabakauszügen (sog. “Absolue”) hergestellt werden, birgt es den Nachteil, dass man zumindest einen ähnlichen Geschmack im Mund hat wie bei der echten Zigarette.

Anmerkung

  • Tabakliquids sind die einzigen Liquids, die (wenn sie Absolue enthalten) zu den Tabakprodukten gezählt werden könnten. Man sollte also fruchtige oder süße Aromen bevorzugen; in Anlehnung daran, was man davon besonders gerne ißt.
  • Menthol wirkt als Kickverstärker; wer es mag, sollte es einsetzen. Menthol und Pfefferminze sind ja in vielen Lebensmitteln / Raumerfrischern und Aufgüssen für alle Arten von Sauna enthalten. Und wenn man es sowieso mag, dann ist es immer einen Versuch wert.

Nikotin

Ein großes Problem ist der allseits praktizierte Wahn, das Nikotin schnellstmöglich auf Null zu reduzieren. Erliegt nicht diesem Gruppenzwang, sondern bleibt auf ausreichend hohem Level! Euer Körper sagt euch automatisch, wenn es genug ist. Reduzieren kann man immer noch, wenn man alles im Griff hat und es unbedingt zum trockenen Nichtraucher schaffen will. Aber warum sind so viele so gallig auf die Reduktion von Nikotin? Weil alle Welt Nikotin unberechtigterweise verteufelt. Nikotin ist weder krebserregend noch krebsfördernd, da enthalten die Röststoffe einer Tasse Kaffee weit mehr ungesunde Komponenten. Und nein: das Koffein ist es nicht. 🙂

Eine zu schnelle Reduktion des Nikotingehaltes bringt euch entweder zurück zur Zigarette, oder euer Liquidverbrauch steigt deutlich und macht euch zum Dauernuckler.

Ein höherer Liquidverbrauch bedingt automatisch ein höheres Risiko (wenn man denn unbedingt Risiken sehen will). Diese Risiken entstehen eher durch den erhöhten Verbrauch an Aromen und Trägerstoffen, denn unterm Strich bleibt die tägliche Nikotinaufnahme in etwa gleich. Beide Varianten sind ein Schlachtfest für Händler, und ihr tut eurer Gesundheit damit nicht wirklich einen Gefallen.

Nebenbei:

  • Nikotin als Reinstoff hat durchaus Potenzial für Medikamente, nur sagt man das nicht gern öffentlich.

Dampfen & Rauchen

Der große Irrtum: die Öffentlichkeit und dort insbesondere die WHO und im Schlepptau das DKFZ werden nicht müde, die Dampfe als schlechtes Entwöhnungsmittel zu brandmarken.

Doch sollte die Dampfe ohnehin nicht als Entwöhnungsmittel angesehen werden, sondern als das, was sie in Wahrheit ist: ein “nikotinhaltiges Genußmittel ” ohne den schädlichen Rauch und zudem mit weit besserem Geschmack. Die Dampfe tauscht den extrem schädlichen Rauch gegen praktisch harmlosen Dampf aus. Damit ist die Forderung nach einem “Rauchstopp” voll und ganz erfüllt. Dampfer sind damit also echte “vollwertige Nichtraucher”, die Nikotin praktisch ohne negative Folgen genießen, und auch, ohne andere nur im Entferntesten zu schädigen.

Meinung

Intelligenzresistente Mitarbeiter von WHO und DKFZ sehen das allerdings ganz anders. Da reicht der Horizont leider nicht mal für die primitive Grunderkenntnis aus, dass zwischen Dampf und Rauch erhebliche physikalische Unterschiede bestehen, die große Auswirkungen zeitigen, wenn man diese unterschiedlichen Stoffgemische einatmet.

Aber auch dem Gros der Politiker weltweit bescheinige ich gern eine überirdische Beratungsresistenz. Wie sonst ist es zu erklären, dass Stoffgemische, die keinen Tabak enthalten, gesetzlich zu Tabakwaren abgestempelt werden?

Panikschieber / Zwangsneurotiker: Wo liegt der Unterschied zwischen dampfendem Kaffee und einem Dampfer, der Kaffeearoma verbreitet? Im Prinzip gibt es ihn nicht. Aber die Reaktionen der Menschen darauf sind teilweise extrem unterschiedlich. Ist es Kaffeearoma aus der dampfenden Maschine oder einer Tasse, können viele nicht genug bekommen, weil sie es gern riechen. Wird der Duft aber durch eine Dampfe verbreitet, dann beginnt vielerorts eine abwehrende Wedelei mit Händen und Füßen, die unwillkürlich an einen Kampf gegen einen riesigen Schwarm Mörderbienen erinnert. Aus den Kaffeedämpfen entsteigt genauso viel oder so wenig Koffein wie aus den Dampfgeräten Nikotin entweicht. Panikreaktionen sind also nicht angesagt! (Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es schon fast lustig. 🙂 )

Husten bei der Umstellung

Husten bei der Umstellung ist ein ganz normaler Vorgang, da Zigarettenrauch sehr trocken ist und Dampf das genaue Gegenteil, er ist so feucht wie Nebel. Dampf und Wasser blockieren den natürlichen Atemreflex (Schutzmaßnahme vor dem Ertrinken). Jeder kennt das, wenn er mal kalt duscht. Man muß sich selbst zum Atmen zwingen, oder halt “drunter weg springen”. In einer Dampfsauna ist es für Anfänger ebenfalls schwer, den satten Dampf einzuatmen. Taucher dagegen müssen sich erst einmal an die extrem trockene Luft aus den Atemgeräten gewöhnen. Das trifft auch auf Vielflieger auf Langstrecken zu, die extrem trockene Luft aus der Kabinenklimaanlage ist echt gewöhnungsbedürftig. Spröde Lippen sind oft das sichtbare Ergebnis eines Langstreckenfluges. Das Problem der extrem wechselnden Luftfeuchte begegnet uns im täglichen Leben also des Öfteren. Da hilft nur Training und Gewöhnung, und das ist zu schaffen!

Umfeld bereinigen

Kalter, abgestandener Rauch; nichts ist so eklig und abstoßend für einen Raucher wie abgestandener, kalter Rauch und miefige Klamotten. In Wohnungen, wo viel geraucht wurde, riecht alles nach den schmierigen Ablagerungen aus Teer und anderen Kondensaten. Der Rauch zieht in jede Ritze und hat keinen Respekt vor Möbeln und Polstern. Frühlingsluft beduftete frische Wäsche zieht ihn magisch an. Beispiel: helle T-Shirts bekommen je Faltung und guter Ablagerung durch die Wintermonate ein mehr oder weniger lustiges Batikmuster verpasst, und der Tabak setzt seine Duftmarke. Das entstehende Tabak-Parfüm verbreitet einen Duft von vermodernden Kartoffeln in einem nicht gereinigten Katzenklo. Endgeil, oder? Rauchen in der Bude ist also nicht so der Burner und man muß sich zum Rauchen entweder nach draußen begeben, oder sich in der Küche ein lauschiges Plätzchen unter der lärmenden Dunstabzugshaube suchen. Welch ein Genuß!

Aschenbecher und Kippen

Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen: überall standen volle Aschenbecher in der Bude rum und mieften vor sich hin. Meine Fresse; wer hat da bloß so viel geraucht? Meine Lieblingsascher waren die, die draußen standen und eine nicht von der Vorhersage vorausgesagte Regendusche verpasst bekommen haben. Also weg mit den Dingern bzw. auf ein Mindestmaß reduzieren und regelmäßig leeren! Nebenbei: einen Teil dieser habe ich vor Jahren mit einigen anderen an ein Ministerium in NRW geschickt; ob “Babsi” damit glücklich geworden ist?

Aus der Erinnerung eingebrannt durch über 40 jahre intensiver Hassliebe –

das Eigenleben der Zigaretten

Zigaretten haben ein Eigenleben – Nichtraucher können das nicht glauben, aber es ist so! Sie weigern sich, die Asche in den Ascher fallen zu lassen und platzieren sie grundsätzlich neben den Ascher, je heller oder teurer der Untergrund, umso diebischer freuen sie sich, wenn sie es mal wieder geschafft haben, jeden auf die Palme zu bringen. Asche und Glut springen stets dann ab, wenn der Raucher seine teuersten Klamotten angezogen hat. Mit einem hässlichen Brandloch zeigen sie jedem, wer hier der Chef ist.

Zu Autos haben Zigaretten eine ganz eigenartige Beziehung: in alten Schrottkarren benehmen sich sich fast immer anständig, aber wehe der Besitzer kauft sich eine neue Karosse! Viele Autos neuester Bauart haben nicht mal mehr einen Zigarettenanzünder, geschweige denn einen Aschenbecher. Da muss man doch ausrasten! Da fällt man dem stolzen Besitzer doch gleich ganz aus dem Mund in den Schoß, oder auch mal unter den Sitz oder noch besser, irgendwohin, wo man in Ruhe seine Brandmarke setzen kann, bevor man gefunden wird. Selbstredend nur während der Fahrt, sonst macht es ja keinen Spaß. Den Spaß teilt man sich gern mit Wespen, Fliegen oder anderen Insekten. Einfach lustig, wenn die Autoinsassen wild fuchtelnd Panik schieben. Raucher sind halt echte Abenteurer.

Besonders beliebt sind auch Tastaturen aller Art. Nichts macht den Zigaretten mehr Spaß, als die Asche zwischen die Tastenblöcke zu verteilen und einen schmierigen Film zu hinterlassen, der für ordentliche Tastenklemmer sorgt. Man spricht sich gern mit allerlei klebrigen Flüssigkeiten ab, die der Tastatur dann den Rest geben. Besonders gemein: sie verstecken die Ascher genau dann, wenn man sie braucht. Zahllose angebrannte und verschmorte Tischkanten und Verfärbungen an anderen Möbelstücke zeugen von ihren Spielchen.

Bettgeflüster

Da sag ich nur Selbstzensur 🙂

Aber eines sei verraten: die Garnituren waren nicht billig…

Persönliches Fazit

Bald bin ich von der Hassliebe Tabak seit 11 jahren geschieden und habe einen Neustart mit den Dampfen hingelegt, und bisher keinen Tag davon bereut! Obwohl es am Anfang reichlich technische Schwierigkeiten gab, die heute einsteigende Dampfer nicht mal im Traum nachvollziehen können.

Noch ein Tipp zum Schluß: haltet euch eine Schachtel Fluppen auf Reserve, damit Ihr jederzeit wisst, dass Ihr rauchen könnt. Das Gefühl, jederzeit zugreifen zu können, ist zwar eine Versuchung, aber andererseits ist die Sicherheit, dass man könnte, wenn man will, doch beruhigend. Zugegeben: das ist zweischneidig, aber man wächst an Herausforderungen!

Meine aktuellen Setups

  • Ein Haufen Picos mit Uwelltanks, alle mit 0.5 Fertigcoils “ss”.
  • Jede Menge Aromen (ftnf)*, überwiegend fruchtig, auch mal mit Menthol, je nach Laune
  • Liquid / Basis: 50/50 mit 12 mg/ml, und dabei werde ich auch bleiben
  • Tagesverbrauch um die 5 ml “Stöffken”
  • Gesundheit absolut Top
  • Das werde ich weiter dampfen, aber selbstverständlich

*ftnf bedeutet: from the named fruit -> aus der genannten Frucht


0 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

Einen Kommentar schreiben (max. 500 Zeichen!)

*