Zweites Global Forum on Nicotine (GFN) – Warschau 05./06.06.2015

gfn-2015_100x150Aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und dem österreichischen Graz haben sich drei Mitglieder der IG-ED auf die weite Reise nach Warschau gemacht. Da stellt sich unweigerlich die Frage: „Lohnt sich das“? Schließlich handelt es sich hierbei nicht um eine Messe oder das Dampfergrillen.

Aber: das GFN ist DER Platz, an dem Wissenschaft auf Politik trifft. Und zwar nicht nur EU-weit, sondern GLOBAL.

ProgrammDieses Jahr, so erschien es uns, waren sogar noch mehr Länder vertreten als im Vorjahr: Aus Amerika, Australien, Belgien, China über Kanada und Neuseeland bis hin zu nahezu allen europäischen Staaten – man kam im Marriott Hotel in Warschau zusammen, um sich zwei Tage unter dem Motto „A Different Kind of Endgame“ auszutauschen.

Dieses Thema, das man frei mit „Eine andere Art Endspiel“ übersetzen könnte, ist eine Anspielung auf die sichereren Nikotinprodukte, die tatsächlich das Ende des Rauchens einläuten könnten, jedoch nicht so, wie es sich viele in der Tabakkontrolle Engagierte vorgestellt hatten, die ja der Meinung waren, dass dieses Ende einzig und allein dadurch herbeigeführt werden könne, indem man den Druck auf die Raucher und die Tabakindustrie permanent erhöht.

In den Vorträgen kamen unter anderem folgende Themen zur Sprache:

  • Wie können sicherere Nikotin-Produkte das Ende des Rauchens vorantreiben?
  • Welche Belege und Beweise gibt es derzeit, die für die E-Zigarette und die Schadensumkehr sprechen?
  • Was sind die potenziellen Veränderungen im globalen E-Zigarettenmarkt und welche Folgen wäen von einer möglichen Überregulierung zu erwarten?

Auch Steuern, Standards und gesetzliche Regelungen waren heiß diskutierte Themen.

Hon Lik, der Erfinder der modernen E-Zigarette, sagte in seiner Eröffnungsrede:
„Dass hier und heute soviele Menschen zusammenkommen, zeigt, dass es sich bei der E-Zigarette um eine globale verbrauchergesteuerte Revolution handelt. Dank Millionen von Menschen wie Ihnen ist aus einem Nischenprodukt etwas so Großes geworden, dass es das Leben überall beeinflusst.“

An dieser Stelle kommen die Verbraucher ins Spiel. Entgegen dem teilweise vorherrschenden Pessimismus haben die Verbraucherverbände der europäischen Staaten einiges erreichen können. Als Beispiel sei hier das Rechtsgutachten des Schweizer Verbandes Helvetic Vape genannt oder aber auch die erfolgreiche Aufschiebung der geplanten Gesetzesänderung in Spanien durch m.o.v.e. (siehe Seite 6/7 unter dem m.o.v.e-Link)

Genau diese Verbraucherverbände waren auch dieses Jahr wieder zahlreich vertreten und haben einerseits die Möglichkeit genutzt, ihre Sicht der Dinge aufzuzeigen. Andererseits ist das GFN genau die Plattform, auf der sich die Verbände gemeinsam mit Leuten wie Clive Bates und Delon Human versammeln; nicht nur, um voneinander und aus den Erfahrungen der anderen lernen zu können, sondern auch, um sich zu aktuellen Themen und Entwicklungen wie z.B. die anstehende Normierung, die Umsetzung der TPD, ein mögliches Rechtsverfahren etc. auszutauschen und miteinander abzustimmen.

Das i-Tüpfelchen des Networkings, das dort in den Pausen und nach den Konferenztagen betrieben wird, ist der Auf- und Ausbau persönlicher Kontakte zu Wissenschaftlern, anderen Verbänden und sonstigen dort vertretenen Interessengruppen.

Denn nur, wenn wir unsere Argumente auf die Basis von wissenschaftlichen Daten, Studien und Erhebungen zu stützen, haben wir eine Chance, die aktuell vorherrschende Propaganda der Gegner zu durchbrechen.

Somit landen wir wieder bei der Frage, die eingangs gestellt wurde: „Lohnt sich das?“ Die Antwort ist ein ganz klares JA! Es lohnt sich nicht nur, es ist für den engagierten Dampferverband eine Pflichtveranstaltung.

Bedauerlicherweise muss man allerdings anmerken, dass aus dem Kreis der politischen Entscheider in Deutschland niemand den Einladungen durch die Veranstalter gefolgt ist. Denn gerade diese Veranstaltung hat im letzten Jahr für ein Umdenken der Verantwortlichen aus dem Gesundheitwesen in Großbritannien gesorgt.

Es gab teilweise wirklich sehr aufschlussreiche Vorträge und Präsentationen, welche Ihr euch bei Interesse hier ansehen könnt.

Das herausragende Highlight war jedoch ohne Zweifel der leidenschaftliche Vortrag von Dr. Attila Danko aus Australien.

Führt man sich vor Augen, dass dort zwar der Import von Liquids und E-Zigaretten erlaubt, der Gebrauch und Besitz aber strafbar ist, so ist es ihm umso höher anzurechnen, dass er auf höchst leidenschaftliche Weise gegen die Praxis der Regierung vorgeht. Seht seinen Vortrag, der zu Recht (fast) Jeden bewegt hat und der, was einmalig in der Geschichte des GFN ist, mit Standing Ovations belohnt wurde. Seht seine Rede hier (englisch).

Bild2Eine absolute Ehre war es für uns, stellvertretend für den verhinderten Jens Mellin (rursus) den Preis für den „Vaping Advocate of the Year“ aus Hon Liks Händen entgegen zu nehmen. Hier gibt es das passende Video dazu.

 

Das GFN wird auch 2016 und 2017 wieder in Warschau, wieder im Juni und ganz sicher wieder mit unserer Beteiligung stattfinden!

 


1 Kommentar und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. Norbert Zillatron

    Kommentar vom 16. Juni 2015 um 11:53

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