IG-ED bezieht Stellung gegen die Re-Klassifizierung von Nikotin

Kürzlich hat die niederländische RIVM (das Pendant zum deutschen BfR) einen Antrag bei ECHA eingebracht, der europäischen Chemikalienagentur und der EU untergeordneten Behörde, nach dem Nikotin in eine neue Klasse einzustufen wäre, die seine „Gefährlichkeit“ besser zum Ausdruck bringen soll. Das bedeutet, die bisher als LD50 angenommene tödliche Dosis durch Nikotin soll nach unten korrigiert – also deutlich strenger – werden … dabei streitet sich die neutrale, unabhängige Wissenschaft eigentlich gerade darum, ob der bisherige LD50-Wert nicht eher nach oben korrigiert, also großzügiger gefasst werden müsste!

Der RIVM-Antrag wirkt sich auf alle Verdünnungen – und somit unsere Liquids – aus; zumindest, was die Kennzeichnungspflicht betrifft. Möglicherweise eröffnet er auch der EU-Kommission eine Möglichkeit, bei ihrer nächsten Überprüfung des Art. 20 den bisher in der TPD festgelegten Grenzwert von 20 mg/ml weiter abzusenken? Ob damit auch weitere Restriktionen für den Handel z.B. von Nikotinbasis entstehen würden, ist nicht wirklich abzusehen, die Logik würde das jedoch vermuten lassen.

Bis zum 5. Juni können „Interessengruppen“ bei der ECHA Kommentare zu diesem Antrag einbringen. Als Verbrauchervertreter sehen wir uns aufgerufen, diesem Wissenschaftsgremium unsere Meinung zu diesem Antrag unter generalistischen Aspekten nahezubringen. Dabei gehen wir nicht auf den Wissenschaftsstreit ein, den wir gern den wirklichen Experten wie z.B. Professor Bernd Mayer und seinen Kollegen überlassen wollen.

Hier ist der Kommentar, den wir letzte Nacht bei der ECHA eingereicht haben:

 

Die Interessengemeinschaft E-Dampfen (IG-ED e.V.) spricht sich GEGEN eine Änderung in der Klassifizierung von Nikotin aus.

Nach unserem Kenntnisstand gibt es keinen vernünftigen Grund und schon gar keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, der es nötig erscheinen lässt, die Einstufung von Nikotin neu zu klassifizieren. Seit Jahren wird dieses Produkt in der bestehenden Klasse gehandelt, und das mit Recht, denn es stellt keinerlei stärkere Sicherheitsbedrohung für die Allgemeinheit dar, als die im Handel üblicherweise erhältlichen Haushaltsreiniger!

Es ist vollkommen ausreichend, dieses Produkt analog zu den oben genannten Haushaltsreinigern kindersicher zu verpacken, und zusätzlich wie geplant den Verkauf an Kinder und Jugendliche zu untersagen. Erwachsenen muss nur das Risiko bekannt sein und kenntlich gemacht werden. Wie sie schlussendlich damit umgehen, ist allein ihre Sache.

Zwar sind wir keine Wissenschaftler, haben aber ständig Zugang zu den neuesten wissenschaftlichen Studien und stehen darüber hinaus mit einigen renommierten Forschern auf diesem Gebiet in -teilweise sogar persönlichem- Kontakt.

Wir sehen in diesem Antrag der niederländischen RIVM eher den Versuch, hier „Politik durch die Hintertür“ zu betreiben und die bereits genügend strengen Vorschriften des Artikels 20 in der TPD2 zu verschärfen und somit stärker an die ursprünglichen Vorschläge der EU-Kommission anzunähern, die ja darauf abzielten, die tabaklose E-Zigarette sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen Flüssigkeiten dem Arzneimittelgesetz zu unterstellen.

Diesen Bestrebungen hat das EU-Parlament im Herbst 2013 eine klare Absage erteilt. Es darf nicht sein, dass hier im Namen einer Wissenschaft, die im Fall von Nikotin ohnehin keinerlei Basis hergibt, jetzt der Beschluss unseres obersten demokratischen Gremiums ausgehebelt werden soll.

Als Verbrauchervertreter werden wir Ihre Bestrebungen sehr genau beobachten und nötigenfalls auch alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Machenschaften einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.


6 Kommentare

  1. 1. Kurbelursel

    Kommentar vom 27. Mai 2015 um 22:32

    jetzt steht jeder, aber auch wirklich jeder Wissenschaftler, der nicht der ANTZ genehme Ergebnisse bringt, unter dem Verdacht, mit Euch in persönlicher Beziehung zu stehen.

  2. 2. Bernd Mayer

    Kommentar vom 29. Mai 2015 um 09:11

    Nachdem die IG-ED eine Interessensgmeinschaft und keine kriminelle Vereinigung ist, sollten Wissenschftler mit diesem „Verdacht“ leben können.

    Der Kontakt mit Wissenschaftlern ist für den Verein wesentlich, um Argumente für und gegen das Dampfen sachlich fundiert einschätzen und kommentieren zu können. Warum dieser Kontakt als „persönliche Beziehung“ und damit unterschwellig als Befangenheit zu interpretieren ist, bleibt wohl das Geheimnis von Kurbelursel.

  3. 3. Kurbelursel

    Kommentar vom 29. Mai 2015 um 18:01

    Das ist für echte Wissenschaftler untereinander sicher kein Problem.
    Doch dann gibt es diejenigen, die „Experten“ genannt werden … 😉

    So werden Nebenkriegsschauplätze konstruiert. – Man verschafft der Gegenseite freiwillig doch keine Angriffsfläche (ähnlich „Gefälligkeitsgutachten“)

    Und ganz ehrlich, für mich liest sich dieser Satz angeberisch: Kleiner Junge droht, er kennt einen von den großen Jungs und zwar sogar persönlich.

  4. 4. IG-ED Redaktion (VST)

    Kommentar vom 29. Mai 2015 um 23:31

    Liebe Kurbelursel,
    wir veröffentlichen auch kritische Kommentare und wollen hier keinesfalls zensieren. Wir bitten dich jedoch die Kommentarfunktion nicht für Diskussionen zu nutzen. Hierfür haben wir die FB Gruppe IG-ED Dialog eingerichtet in der alle Themen erheblich breiter gestreut diskutiert werden können.
    Ich danke für dein Verständnis.

  5. 5. Kurbelursel

    Kommentar vom 29. Mai 2015 um 23:35

    Es tut mir leid. Dann habe ich Beli falsch verstanden. – FB ist allerdings für mich bekanntlich keine Option. Muss aber auch nicht.
    Ihr könnt gerne meine Postings löschen.

  6. 6. Manne

    Kommentar vom 30. Mai 2015 um 22:33

    Eventuell erst lesen, dann denken und DANN erst POSTEN Kurbelursel?
    Bist ja ganz schön überall am stänkern wen Dir was nicht in den Kram passt!
    Ich dachte immer häkeln entspannt!
    Schönen Sonntag an Dich!

Einen Kommentar schreiben

*