Internationales Treffen der Dampf-Aktivisten

Er ist zwar schon eine Weile her, aber dennoch ist er nicht in Vergessenheit geraten: der E-Cigarette Summit in London, der dort am 13. November 2014 stattfand. Am Vorabend der eigentlichen Konferenz trafen sich sämtliche anwesenden Dampfer und Aktivisten in privater Runde, um eine Bestandsaufnahme zu machen und natürlich, um sich gegenseitig auch einmal persönlich kennenzulernen. Für die IG-ED nahmen der 2. Vorsitzende, Hans Holy und die EVUN-Gründerin Hazel Mamamia sowohl an der Konferenz als auch am Treffen des Vorabends teil.

Hier ist Hazels Bericht zum Treffen an diesem Abend.

London 12. November 2014

Bericht vom internationalen Treffen der “Dampf-Advokaten”

Am Vorabend des E-Cigarette Summit haben sich die “Dampf-Advokaten” aus allen teilnehmenden Ländern im VapeLab getroffen, einem Offlineshop, der wie ein Café aufgebaut ist, in dem man in Ruhe erst mal das ganze Liquidmenü durchprobieren kann (in allen möglichen Stärken, alles auch als Nuller). Im Keller dieses Shops haben sie eine kleine Bar, die mit der Zeit aus allen Nähten platzte. Es war eigentlich jeder da, “der immer da ist”: angefangen bei Clive Bates[1] und Alan Depauw[2], die beide an der Konferenz als Redner gebucht waren, über die Spanier (Carmen Escrig, EFVI[3]-Spanien und Arturo Ribes, EFVI-Spanien + Anesvap[4]), Franzosen, Holländer, Deutschen und natürlich massig und hauptsächlich Engländer (die gesamte NNA[5]) bis hin zu den zwei CASAA[6]-Vertretern Alex Clark und Carl Philipps.

Clive hat uns alle nochmals eindringlich darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass wir in unseren Bemühungen, persönliche Briefe an alle möglichen Stellen zu schreiben, hartnäckig bleiben, denn genau das ist tatsächlich das am stärksten erfolgversprechende Mittel, das wir in der Hand haben: Wir sind echte Menschen mit echten Geschichten (manchmal sind es auch Leidensgeschichten), die durch das Dampfen ihre gesamte Lebensqualität wesentlich angehoben haben! Diese persönlichen Geschichten, zu Hunderten an Abgeordnete, Behörden und sonstige, mit der Regulierung beschäftigte Menschen und Stellen geschickt, hinterlassen einen bleibenden Eindruck und machen den dort tätigen Leuten klar, dass wir keine anonyme Masse oder von der Tabakindustrie bezahlte oder zumindest manipulierte Gruppe sind, sondern viele, viele Einzelmenschen, die jetzt um ihre gerade neu erworbene Lebensqualität bangen!

Carl Philipps und Alex Clark haben uns geschildert, dass sie in den USA, deren System politischer Entscheidungsfindung sowie der Regulierung der Produkte so grundsätzlich anders funktioniert als die europäischen Länder, mit ganz ähnlichen Grundsätzen die besten Erfolge erzielt haben. In den USA ist es so, dass jede Stadt, jede Provinz und jeder Bundesstaat seine eigenen kleinen Gesetze und Regulierungsbestimmungen “verordnen” kann, und dieser Trend hat in den vergangenen Monaten enorm zugenommen. Im Unterschied zu Europa finden allerdings im Vorfeld einer neuen Verordnung immer öffentliche Hearings statt, die der Bürgermeister seiner Gemeinde anbieten muss. Das bedeutet z.B., dass CASAA die Dampfer bestimmter Gegenden dazu aufruft, zu Hunderten oder wenigstens dutzendweise bei diesen Hearings persönlich zu erscheinen, ihre Geschichte zu erzählen und ihre Argumente und Bedenken vorzutragen, die sie gegen die geplanten Maßnahmen hegen. Dadurch gewinnen die Dampfer in den USA immer wieder an Terrain, wenn sie auch nicht immer den gesamten Sieg davontragen.

 

 Prof. Jean Francois Etter ( Universität Genf)
Prof. Robert West (Universitätscollege London und Krebsforschung UK)
Prof. Linda Bauld (Universität Stirling / UKTAS – Englisches Zentrum für Tabak-und Alkoholstudien)
Clive Bates (Leiter Counterfactual Blog und Website)

Zum Schluss haben wir noch Informationen darüber ausgetauscht, dass sich in den Kreisen der nicht-organisierten Dampfer eine lähmende Resignation breitgemacht hat – zumindest ist das ja in Deutschland in erschreckender Weise zu beobachten. Dem haben allerdings die Europäer aus den anderen Ländern beigepflichtet, doch ist dieser Trend mehr oder weniger in allen Ländern zu beobachten. Selbst in den USA gibt es diese Tendenz, dennoch lassen sich die Amerikaner immer wieder zumindest so weit motivieren, dass sie wenigstens zu den lokalen/regionalen Hearings gehen und dort ihre Sache vertreten. Alex und Carl waren sehr erstaunt darüber, dass in keinem der anwesenden europäischen Länder diese Hearings überhaupt Sitte sind. Und sie haben dann erklärt, dass sie auf jeden Fall zur Verfügung stehen, falls wir doch die ein oder andere ihrer Aktionen nützlich finden und ggf. mit Anpassungen in Europa auch anwenden wollen. Nachdem sie erfahren haben, welchen Einfluss die WHO auf das Geschehen in Europa nimmt, haben sie ihre Freude darüber ausgedrückt, dass “Amerika mit der WHO nichts am Hut” hat!

Das große Fazit und Résumée dieses Treffens war: Müde und enttäuscht sind die Aktivisten überall, weil “die Dampferszene” in den Ländern kaum Notiz von der politischen Arbeit ihrer Interessenvertretungen zu nehmen scheint. Dennoch gilt es, genau auf dem Weg weiterzugehen, den wir 2013 im Vorfeld der neuen europäischen Tabakrichtlinie eingeschlagen haben und in unseren Bemühungen nicht nachzulassen. Besonders wichtig ist es, immer wieder Gelegenheiten zu suchen und zu nutzen, bei denen einzelne Dampfer aus dem Schatten der Anonymität heraustreten und sich bei ihren Volksvertretern Gehör verschaffen können; sei es durch Briefe oder im Idealfall durch die Anwesenheit bei politischen Veranstaltungen z.B. im Vorfeld von Wahlen aller Art, kommunal, auf Länder- oder Bundesebene.

Für Fragen zum E-Cigarette Summit in London steht Hazel unter hazelmabe@ig-ed.org gern Rede und Antwort.

[1] Clive Bates,
der in der Vergangenheit u.a. für ASH (Action and smoking on health), die walisische Regierung sowie das englische Energie- und Umweltministerium tätig war. Heute betreibt er den Blog “The Counterfactual” – ein Mann, der in Gründung seines eigenen Unternehmens auf Basis von Denken, Kommunizieren und Handeln gegen Orthodoxie in den Bereichen Umwelt, Energie, öffentliche Gesundheit, Nachhaltigkeit und internationaler Entwicklung vorgeht. Die Seite http://www.clivebates.com hat das Prädikat “sehr lesenswert”
Seine “Aufgabe” sieht er darin, eine “Armee” von Konsumenten aufzustellen. Die Verbrauchervereine haben nur eine Chance wahrgenommen zu werden, indem sie die Verbraucher dazu aufrufen, ihrer Stimme Gewicht zu verleihen und sie auffordern, ihren Einfluss auf die Entscheidungsträger durch Briefe, Mails und Gespräche geltend zu machen.

[2] Alan Depauw, 2. Vorsitzender des französischen Konsumentenverbands ADUICE 

[3] EFVI European Free Vaping Initiative

[4] Anesvap Spanischer Dampferverband

[5] NNA ( New Nicotine Alliance/ http://nnalliance.org/) – englischer Verbraucherverband

[6] CASAA – The Consumer Advocates for Smoke-free Alternatives Association – amerikanischer Verbbraucherverband


2 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. Hans Schmidt

    Kommentar vom 22. Februar 2015 um 18:54

    Der Summit ist eine tolle Sache, keine Frage. Und als Berufstätiger hat bei mir der Job Vorfahrt. Ansonsten hätte ich mir das nicht entgehen lassen.

  2. […] aber dennoch ist er nicht in Vergessenheit geraten: der E-Cigarette Summit in London ……….. Internationales Treffen der Dampf-Aktivisten – Interessengemeinschaft E-Dampfen e.V. __________________ Greetz […]

  3. 3. dummes Schaf

    Kommentar vom 5. März 2015 um 20:17

    Wir sind da und wissen wovon wir reden.
    Habe die Mittel global Präsenz zu zeigen mit meiner Person. So lasst es mich wissen!

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