E-Dampfen ?

Das elektrische Rauchen oder E-Dampfen stellt eine Alternative zum herkömmlichen Rauchen dar. Es simuliert das Rauchen von Tabakprodukten wie Zigaretten, Zigarren und Pfeifen mit Hilfe eines kleinen elektrischen Gerätes, der elektrischen oder kurz E-Zigarette. Dabei wird eine Flüssigkeit, Liquid genannt, mit Hilfe eines Heizdrahtes erwärmt, so dass sie vernebelt wird und eingeatmet werden kann, wenn an dem Mundstück des Gerätes wie an einer Zigarette gezogen wird. Dieser Nebel wird umgangssprachlich „Dampf“ genannt. Das Dampfen bringt dem Nutzer mehrere Vorteile:

1. Der Konsum (auch der Passiv-Konsum) des Dampfes ist nach derzeitigem Wissensstand wesentlich weniger riskant als Tabakrauch, weil kein Verbrennungsvorgang stattfindet und dementsprechend die beiden besonders risikoreichen Stoffe Kohlenmonoxid und Teer gar nicht entstehen.

2. Weil das Inhalieren eines wohlschmeckenden Nebels und das Ausatmen des Dampfes dem Rauchen ähnelt, fällt der Umstieg sehr vielen Rauchern leicht und ist auch nachhaltig.

Das Gerät besteht hauptsächlich aus folgenden Teilen:

  • dem Akku zur Stromversorgung samt passendem Ladegerät
  • dem Verdampfer, auch Atomizer genannt
  • dem Mundstück auf dem Verdampfer

und der Software, eben dem Liquid, das erwärmt, vernebelt und inhaliert wird. Es gibt eine große Vielfalt an Geräten, die sehr unterschiedlich aussehen und aufgebaut sind. Auch das Liquid gibt es in unzähligen Varianten. Das betrifft sowohl die Nikotinkonzentration, die die Konsumenten von Null bis sehr hoch wählen können, als auch die Geschmacksvarianten, denen fast keine Grenzen gesetzt sind.

Zielgruppe

In den Anfangsjahren waren es vor allem zwei Gruppen, die das E-Dampfen für sich entdeckten:

1. Raucher, die ihrer jahrzehntelangen Tabak-Abhängigkeit überdrüssig waren oder schon teils massive gesundheitliche Einbußen erlitten und nach mehreren bis zahlreichen gescheiterten Aufhörversuchen eine Alternative suchten, also gewissermaßen weiterrauchen konnten, aber in einer weniger belastenden Form.

2. Raucher, die die Anfeindungen und die soziale Ausgrenzung und Ächtung, die ihnen ab 2008 (Bayern) und ab 2010 (die anderen Bundesländer) entgegengebracht wurden, nicht mehr hinnehmen wollten und die ebenfalls eine Alternative suchten, mit der sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnten, ohne ihrem Umfeld lästig zu fallen oder zu schaden.

Mittlerweile wird das E-Dampfen als eine gute Alternative auch von Rauchern entdeckt, die noch keinen großen Leidensdruck haben. Sie schätzen das E-Dampfen als weniger belastend und als Lifestyle-Produkt

Geräte

Die Geräte können in mehrere Arten unterteilt werden:

  • Sehr kleine E-Zigaretten, die das Aussehen einer echten Zigarette nachahmen (sogenannte Mikros und Super-Minis)
  • Kleine E-Zigaretten (Minis), etwas größer als das echte Vorbild, aber noch sehr handlich.
  • Mittelgroße Dampfgeräte, wie die Pen-style, eGo-style, Leo- und Lea-style, Ovale Elips-style
  • Geräte in Pfeifen- und Zigarren-Optik
  • Große Dampfgeräte, meistens Gehäuse, in die der Benutzer selbst die entsprechenden handelsüblichen Lithium-Ionen-Akkus einlegt (Akkuträger genannt), wie die Bullis, der ProVari, LavaTube, KingKong, Golden Greek (GG) oder Phantom.
  • Außerdem zahlreiche Eigenbauten in teils sehr originellen Designs von begabten Bastlern.

Die größeren Geräte haben keinerlei optische Ähnlichkeit mehr mit den üblichen Zigaretten, was in Nichtraucherzonen von Vorteil ist, weil keine Verwechslungsgefahr mit dem Rauchen gegeben ist. Die Wahl richtet sich danach, ob mehr Wert auf die Handlichkeit oder auf die Ausdauer des Akkus gelegt wird, denn je größer der Akku, desto länger natürlich die Laufzeit. Für einen erfolgreichen Umstieg sollte sowohl die Akkulaufzeit als auch die Liquidversorgung eine gewisse Dimension aufweisen, da die Verwaltung der kleinen Zigarettenimitate (ständiges Laden der relativ schwachen Akkus und häufig erforderliches Nachfüllen des Liquids) viele Einsteiger sehr ärgerlich macht und der Versuch dann leider oft beendet wird. Für den Einstieg eignet sich am besten ein mittelgroßes bewährtes Gerät.

Verdampfer

Hier können unterschieden werden:

    • Fertig käufliche Verdampfer mit getrennten Tanks oder Wattedepots, bei denen bei einem Defekt nur der eigentliche Verdampfer ersetzt werden muss und der Tank oder das Depot einfach wieder zu befüllen und mehrfach verwendbar sind.
    • Fertig käufliche Verdampfer, bei denen der Liquidvorrat (in Tank oder Watte) und die Heizwendel in einem Gehäuse untergebracht sind (Cartomizer, Clearomizer) und bei einem Defekt komplett ausgetauscht werden müssen.
    • Sogenannte Selbstwickler, bei denen der Heizwendelaufbau, also das Herzstück des Verdampfers, vom Benutzer selbst ausgewechselt werden kann, was einerseits etwas handwerkliches Geschick im feinmotorischen Bereich erfordert, andererseits aber sehr Material sparend ist und außerdem einen größeren Einfluss auf das Dampf-Ergebnis zulässt.

 

Liquidversorgung

Es gibt auch mehrere unterschiedliche Konzepte für die Liquidzufuhr:
Am einfachsten ist es, jeweils drei bis vier Tropfen in den Verdampfer zu träufeln. Das hat den Vorteil, in etwa zu wissen, wann man eine Zigarettenlänge gedampft hat, da diese Liquidmenge für etwa zehn bis 15 Züge reicht. Außerdem muss man sich um nichts weiter kümmern. Der Nachteil ist natürlich, dass man ein Liquidfläschchen dabei haben und immer, wenn man dampfen will, nachträufeln muss.
Dem begegnen die anderen Konzepte, indem sie Vorratshaltung direkt am Gerät ermöglichen, einmal als Tanksystem und einmal als Wattedepot-System. Auch diese beiden Varianten haben jeweils eigene Vor- und Nachteile. Es gibt zahlreiche Eigenerfindungen von kreativen Dampfern (Liquidvorhaltung mit speziellen Edelstahlmattenröllchen oder Wattedepot-Modifikationen).

Zusammenfassung Hardware

Der Markt für Elektro-Zigaretten ist in rasanter Entwicklung. Es werden kontinuierlich neue Konzepte, Systeme und Geräte in den Verkauf gebracht, so dass man schon eine permanente Marktbeobachtung vornehmen muss, um einigermaßen auf dem Laufenden zu bleiben.
Daher können die Infos zu einzelnen Geräten auf unseren Seiten recht schnell veraltet sein, bis wir wieder aktualisieren können.

Liquids

Als Trägerstoff für Nikotin und Geschmack des Liquids sind vor allem Propylenglykol (gebräuchliche Abkürzung: PG) und Glyzerin (gebräuchliche Abkürzung: VG) verbreitet. Im geringeren Ausmaß zu finden ist auch noch Polyethylen-Glycol (gebräuchliche Abkürzung: PEG).
Die Liquids enthalten ansonsten nur manchmal etwas Wasser und immer eine Mischung aus Aromastoffen.
Das Nikotin wird aus Tabakblättern gewonnen. Es gibt mehrere Nikotinstufen, die je nach Händler bzw. Hersteller folgende Dosierungen enthalten:

  • Null oder None Nikotin
  • Niedrig oder Low (etwa drei bis sechs Milligramm Nikotin pro Milliliter)
  • Mittel oder Medium (etwa acht bis zwölf Milligramm Nikotin pro Milliliter)
  • Hoch oder High (etwa 15 bis 18 Milligramm Nikotin pro Milliliter)
  • Sehr hoch oder X-High (24 Milligramm Nikotin pro Milliliter)

Die Angaben sind den Shopseiten der Händler zu entnehmen.
Weitere Informationen zu den Liquids finden Sie unter „Rechtliches und Fachliches“ und über unsere Link-Sammlung.

Geschichte

Bereits 1989 entwickelte der Tabakkonzern Reynolds eine rauchlose Zigarette, welche einen, in einer Kammer befindlichen Tabak erhitzte und man diesen „Rauch“ durch einen Aktivkohle-Filter inhalierte. Da es praktisch ein fast geschmack- und rauchloses und somit eher enttäuschendes Erlebnis war, und zudem die Geräte nur eine sehr geringe Haltbarkeit hatten, wurde dieses System nach wenigen Jahren wieder eingestellt. Dieses System prägte die Bezeichnung „elektrische Zigarette“. Bei den heutigen Geräten wird ja eine Flüssigkeit vernebelt oder verdampft, aus welchem Grund aus E-Rauchen ein E-Dampfen wurde.

Das Funktionsprinzip der E-Zigarette, wie es heute marktüblich ist, wurde 2003 in China von dem Pharmazeuten Hon Lik zum Patent angemeldet. 2004 kam das erste Modell der Marke Ruyan (chinesisch für „Rauch“) auf den Markt. Anfang 2007 waren dann in Europa die ersten Geräte zu kaufen. Den ersten Schub an Popularität erlangte das E-Dampfen in Deutschland im Jahr 2008, bedingt durch das strenge Nichtrauchergesetz in Bayern. Im Laufe des Jahres 2010 nahm der Bekanntheitsgrad des E-Dampfens schlagartig zu, was einerseits an den Nichtrauchergesetzen lag, die nun auch in anderen Bundesländern griffen, teilweise an der vermehrten Berichterstattung in den Medien und zu einem weiteren Teil an der regen Tätigkeit einiger Internet-Foren, die sich diesem Thema widmen. Dort ist auch anhand der Entwicklung der Mitgliederzahlen die rasant zunehmende Popularität des E-Dampfens dokumentiert.