Das Olivenöl-Syndrom

oder die subtile Gemeinsamkeit von Gurken, Zimtschnecken und E-Zigaretten

 

Olivenöl ist ein gutes Beispiel. Da haben sie es übertrieben. Oder sagen wir mal so: sie übertreiben ständig, aber dieses Vorhaben war so offensichtlich lächerlich, dass sie es nicht durchziehen konnten. Wer „sie“ sind? Die mehrere tausend Personen starke überaus mächtige und in vielen Dingen keiner demokratischen Kontrolle unterliegende EU-Kommission.

Sie haben sicher schon eine Menge nützlicher Dinge getan, z. B. durchgesetzt dass die harmlose Glühbirne gegen ein quecksilberhaltiges überteuertes Ungetüm ausgetauscht werden muss und dass die Essiggurken in die ihnen zugedachten Gläser passen. Das sind zweifellos große Verdienste auf dem Weg des europäischen Teils der Menschheit in eine strahlende Zukunft. Dass dabei die Welt immer undemokratischer wird, merkt man fast gar nicht.

Die Kommission ist eine durch und durch undemokratische Einrichtung, die beständig versucht, ihren Einfluss zu vergrößern. Das passiert erstens durch große Worte und zweitens durch die sogenannten delegierten Rechtsakte, die quasi eine „Gesetzgebung“ direkt durch die Kommission ermöglichen, ohne dass weitere Organe überhaupt eingeschaltet werden. Natürlich nur in kleinen Dingen – die aber immer größer werden. Das gefällt ihnen, den Herren der Kommission, den Meistern der großen Worte, der Mauschelei und der politischen Intrige.

Im Moment sind – als die deutlich wichtigsten Probleme unserer Zeit – die dänischen Zimtschnecken dran und natürlich die E-Zigarette. Durch beide Dinge hat noch nie jemand Schaden erlitten, im Gegenteil, durch die E-Zigarette könnten Hunderttausende von Europäern vor dem Krebstod durch die Tabakzigarette erlöst werden. Zimtschnecken statt Tabak wird ein ähnlicher Effekt nachgesagt, allerdings verleiten letztere natürlich vor allem Kinder und Jugendliche zum Verzehr von Süßwaren. Und das sogar legal.

Es ist buchstäblich für einen Bürger dieser Staatengemeinschaft einfach nicht nachvollziehbar, wie die Kommission denkt. Oder ob sie das Denken aufgegeben hat und nur noch reflexartig irgendwelchen urweltlichen Instinkten hinterherrennt. Das dann aber auch ohne Sinn und Verstand (klar) immer weiter aufs Ziel los, die Abgeordneten des Europaparlaments werden als lästige Hemmblöcke geschickt umschifft, vor dem Ministerrat müssen sie kuschen und so tun, als wollten sie dasselbe wie dieser.

Ein klarsehender Geist kann auf keinen Fall die Tabakzigarette weiter im freien Handel halten, aber die um viele Potenzen geringer gefährliche E-Zigarette dermaßen beschränken wie es anscheinend geplant ist – mit integriertem Maulkorb und Handelsverbot über die Grenzen innerhalb der EU. Dass die Leute nicht wirklich Ahnung von der E-Zigarette haben, über die Technik, über ihre Benutzung und Verbreitung kann man am Anfang so eines Durchlaufs ja vielleicht (wirklich nur vielleicht!) noch verstehen, wenn man sehr sehr gutmütig ist. Inzwischen liegen aber quer über Europa dermaßen viele Meinungen, Studien und Erfahrungen vor, dass niemand annehmen kann, dass die E-Zigarette bei bestimmungsmäßigen Gebrauch in irgendeiner Form gefährlich sei. Und dass Jugendliche in nennenswerter Zahl damit in den Nikotinkonsum einsteigen ist zwar völlig unbelegt, aber selbst wenn, ist das doch besser als zur Tabakkippe zu greifen.

Sollte man weiter denken, als es der versammelten Meute von DKFZ, Medien und EU-Kommission offenbar möglich oder (von der WHO) genehm(igt) ist, dann würde man versuchen, den Tabak langfristig durch die E-Zigarette abzulösen. Logischerweise müssten die angehenden „Raucher“ dann mit der E-Zigarette beginnen – und trotzdem gäbe es zunächst weniger und irgendwann gar keine Krebstoten durch die Inhalation von nikotinhaltigen Aerosolen mehr.

Klingt komisch, ist aber so.

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1 Kommentar

  1. 1. Hummel

    Kommentar vom 25. Dezember 2013 um 00:01

    Welch wahre Worte, darum bin ich mittlerweile gegen die EU. Unter den Intrigenkessel gehört mal anständig Feuer gemacht und ich hoffe und wünsche ihnen für 2014 das sie mal ihre Pampe selber löffeln müssen.

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